Ein Tattoo-Moodboard ist eine Sammlung von Bildern, die zeigt, welchen Stil, welche Stimmung, welche Motive und welche Körperstelle du dir für dein Tattoo vorstellst. Daraus entwickelt dein Tätowierer einen eigenen Entwurf, der nur dir gehört. So beschreibt es auch das GQ-Magazin in seinem Tattoo-Guide: Das Board mischt Farben, Stil und Motive und dient dem Künstler als Grundlage für einen individuellen Entwurf. Wie du so ein Board aufbaust, was hineingehört und wie wir bei Void Ink Berlin damit arbeiten, liest du hier.
Kurz gesagt
- Ein gutes Tattoo-Moodboard hat rund 12 bis 20 Bilder, nach Aufgaben sortiert: Stil, Motiv, abgeheilte Tattoos, Körperstelle und Größe.
- Entscheide zuerst Körperstelle und Stil, danach die Größe. So entsteht ein Entwurf, der auch wirklich auf deiner Haut sitzt.
- Fremde Tattoos zeigen deinen Geschmack, sind aber keine Kopiervorlage. Für das Motiv eignen sich Fotos von echten Dingen: Pflanzen, Tiere, Gegenstände, Menschen.
- Schreib zu jedem Bild einen kurzen Satz, warum es auf dem Board ist. Das spart in der Beratung viel Zeit.
- Ein Board ersetzt nicht das Gespräch. In unserer kostenlosen Beratung machen wir aus deinen Bildern ein Custom Design.
Inhaltsverzeichnis
- Was ein Tattoo-Moodboard für dich leistet
- In sieben Schritten zum eigenen Board
- Was auf dein Moodboard gehört
- Stil, Größe und Körperstelle festhalten
- Moodboards für Fine Line, Black & Grey, Portraits und Custom Designs
- Inspiration statt Kopie
- Erstes Tattoo, spontane Idee oder Cover-up
- Unser Blick auf das Tattoo-Moodboard
- Mit deinem Board zu Void Ink Berlin
- Häufige Fragen zum Tattoo-Moodboard
- Quellen
Was ein Tattoo-Moodboard für dich leistet
Viele Menschen kommen mit einem Gefühl ins Studio, nicht mit einem fertigen Bild. Sie wissen, dass es etwas Feines sein soll, vielleicht etwas Botanisches, irgendwo am Unterarm. Das ist ein guter Anfang. Schwierig wird es erst, wenn dieses Gefühl nur in deinem Kopf existiert.
Tätowierer berichten im Tattoo-Guide von GQ, dass Kunden oft gar keine Vorstellung von ihrem künftigen Tattoo haben. Eine Sammlung gespeicherter Bilder gibt dem Künstler dann ein Bild von der Person und vom passenden Stil.
Genau das macht ein Moodboard:
- Es macht Geschmack sichtbar. Worte wie zart, verspielt oder clean versteht jeder anders. Zehn Bilder zeigen sofort, was du meinst.
- Es zeigt Muster. Wenn du deine gespeicherten Bilder nebeneinander legst, merkst du oft, dass dich weniger ein bestimmtes Motiv anzieht als eine Linienführung, viel Freiraum oder eine bestimmte Schwärze.
- Es spart Korrekturschleifen. Je klarer dein Board, desto näher liegt schon der erste Entwurf an dem, was du dir vorstellst.
- Es hilft dir bei der Entscheidung. Auch wer schwankt, ob es ein Portrait oder lieber ein florales Fine Line Motiv werden soll, sieht auf dem Board schnell, wohin die Reise geht.
Für das Board selbst reicht ein Ordner auf dem Handy, ein Pinterest-Board oder eine Collage in einem Grafiktool wie Canva. Wichtiger als das Werkzeug ist die Auswahl.
In sieben Schritten zum eigenen Board
So gehst du vor, wenn du dein Motiv noch suchst oder schon eine Idee hast und sie schärfen willst.
- Schreib deine Kernbotschaft auf. Ein Satz reicht: Wofür steht das Tattoo? Eine Erinnerung, eine Person, ein Lebensabschnitt oder einfach eine Ästhetik, die du liebst? Auch "Ich finde es schön" ist ein gültiger Grund.
- Sammle großzügig. Speichere zwei bis drei Wochen lang alles, was dich anspricht: Tattoos, Illustrationen, Fotos, Stoffmuster, Architektur. Die Planungstipps von Tattoo Kulture empfehlen, zunächst 10 bis 20 Bildideen zusammenzutragen.
- Sortiere aus. Lege alles nebeneinander und frag dich bei jedem Bild: Gefällt mir das Motiv, die Technik oder nur die Farbe? Was nur mittelmäßig wirkt, fliegt raus.
- Finde das Muster. Was haben die übrigen Bilder gemeinsam? Feine Linien, viel Haut zwischen den Elementen, starke Kontraste, weiche Schattierungen? Dieses Muster ist dein Stil.
- Wähle die Körperstelle. Mach ein Foto der Stelle, die du dir vorstellst, am besten in entspannter Haltung. Die Stelle bestimmt Form, Größe und Bewegung des Motivs.
- Leg die Größe fest. Miss mit einem Lineal nach und notiere die ungefähre Höhe in Zentimetern. Eine Skizze oder ein ausgeschnittenes Papier auf der Haut hilft beim Einschätzen.
- Notiere zu jedem Bild einen Satz. Zum Beispiel: "Diese Linienstärke", "diese Rosenform, aber geschlossener", "so viel Schwarz, nicht mehr". Genau diese Notizen machen aus einer Bildersammlung ein Briefing.
Was auf dein Moodboard gehört
Ein Board mit 60 zufälligen Bildern hilft niemandem. Besser ist eine kleine, klare Auswahl, in der jedes Bild eine Aufgabe hat. Die Moodboard-Vorlage von Echo schlägt 12 bis 20 Referenzen in fünf Gruppen vor. Das deckt sich gut mit dem, was wir in Beratungen brauchen:
| Bildgruppe | Anzahl | Was sie zeigt | Beispiel für deine Notiz |
|---|---|---|---|
| Stil | 4 bis 6 | Linienstärke, Schattierung, Kontrast, Farbe oder Black & Grey | "So fein wie hier, kaum Schatten" |
| Motiv | 3 bis 5 | Was dargestellt wird, gern als Foto des echten Objekts | "Diese Mohnblume, leicht geöffnet" |
| Abgeheilte Tattoos | 2 bis 3 | Wie der Stil nach der Heilung auf der Haut wirkt | "So soll es nach einem Jahr aussehen" |
| Körperstelle | 2 bis 3 | Fotos deiner eigenen Haut an der gewünschten Stelle | "Unterarm innen, Handgelenk frei lassen" |
| Größe und Komposition | 1 bis 2 | Grobe Skizze oder Papierschablone auf der Haut | "Ca. 10 cm hoch, schmal und länglich" |
Besonders unterschätzt werden die abgeheilten Tattoos. Frisch gestochene Fotos im Netz sind oft stark bearbeitet und zeigen eine Haut, die in ein paar Wochen ganz anders aussieht. Abgeheilte Arbeiten zeigen, wie dein Wunschstil im Alltag wirkt. Bei uns kannst du in der Beratung nach abgeheilten Beispielen unserer Tätowierer fragen.
Stil, Größe und Körperstelle festhalten
Drei Angaben machen aus jedem Board einen Entwurf, den ein Tätowierer zeichnen und kalkulieren kann: Stil, Körperstelle und Größe. Die Tätowierer aus dem GQ-Guide nennen genau diese drei Dinge als Grundlage für den perfekten Entwurf.
Die Körperstelle zuerst. Wer sich in eine breite, runde Komposition verliebt und dann merkt, dass sie am schmalen Handgelenk keinen Platz hat, fängt von vorn an. Wähle deshalb erst die Stelle und such dann Motive, die zu ihrer Form passen. Ein schmales, längliches Motiv folgt dem Unterarm, ein rundes Motiv sitzt gut auf Schulter oder Wade.
Dann der Stil. Manche Motive funktionieren in einem Stil hervorragend und in einem anderen kaum. Ein detailreiches Gesicht braucht Realismus und Raum, eine einzelne Blüte wirkt in Fine Line besonders elegant.
Zum Schluss die Größe. Sie ergibt sich aus Stelle und Stil. Feine Details brauchen genug Fläche, damit die Linien sauber nebeneinander liegen können. Wenn du unsicher bist, notiere eine Spanne, zum Beispiel 8 bis 12 cm. In der Beratung legen wir die passende Größe gemeinsam fest.
Ein Satz wie "Diese Referenz, linker Unterarm außen, etwa 12 cm hoch, nur Schwarz" ist für uns Gold wert. Damit können wir dir schon im ersten Gespräch eine klare Einschätzung geben.

Moodboards für Fine Line, Black & Grey, Portraits und Custom Designs
Jeder Stil braucht etwas andere Bilder. Halte dein Board möglichst stilrein: Wer Fine Line möchte, sollte keine kräftigen Aquarell-Referenzen untermischen, weil sie die Linienlogik in eine andere Richtung ziehen.
Fine Line
Fine Line lebt von dünnen, präzisen Linien, feinen Details und viel Haut als Gestaltungselement. Für dein Board heißt das:
- Sammle Beispiele, bei denen dir die Linienstärke gefällt, und markiere sie in deiner Notiz.
- Achte auf den Freiraum: Wie viel Haut bleibt zwischen den Elementen? Genau dieser Abstand macht den luftigen Charakter aus.
- Für florale Motive eignen sich botanische Zeichnungen und Fotos echter Pflanzen besonders gut.
- Zeig uns, ob du eher reine Linien oder zarte Schattierungen und Dotwork möchtest.
Fine Line ist einer der Stile, die wir besonders gern umsetzen, von der einzelnen Linie bis zur verspielten Komposition über den ganzen Unterarm.
Black & Grey
Hier geht es um Tonwerte. Sammle Bilder, die zeigen, wie dunkel dein Tattoo werden soll und wie weich die Übergänge sein dürfen. Schwarzweißfotos, Kohlezeichnungen und Kupferstiche sind gute Referenzen für die Stimmung. Notiere, ob du starke Kontraste magst oder eher einen sanften, fast nebligen Look.
Realistische Portraits
Bei Portraits ist das Ausgangsfoto das Wichtigste auf dem Board. Es sollte scharf, hoch aufgelöst und gut ausgeleuchtet sein, mit klar erkennbaren Licht- und Schattenpartien. Bring wenn möglich mehrere Fotos mit, damit wir das beste auswählen können. Ergänze ein bis zwei Stilreferenzen, die zeigen, ob das Portrait eher dokumentarisch oder künstlerisch gerahmt wirken soll.
Custom Designs
Für ein individuelles Custom Tattoo ist das Board am wertvollsten. Hier darf es bunter zugehen: ein Gedicht, ein Urlaubsfoto, ein Muster aus der Kindheit, ein Lieblingstier. Wichtig ist, dass du zu jedem Element notierst, was dir daran wichtig ist. Daraus entwickeln wir eine Komposition, die alle Ideen in einem Stil zusammenführt. Wenn du später einen größeren Bereich wie einen Ärmel planst, sag es uns gleich. Dann bauen wir den Entwurf so, dass er sich erweitern lässt.

Inspiration statt Kopie
Die wichtigste Regel für jedes Tattoo-Moodboard: Fremde Tattoos zeigen, was dir gefällt, sie sind aber keine Vorlage zum Nachstechen. Die Echo-Vorlage rät deshalb, andere Tattoos für den Stil zu nutzen und Fotos echter Objekte, Pflanzen oder Tiere für das Motiv.
Dafür gibt es zwei gute Gründe. Erstens ist es eine Frage des Respekts: Für seriöse Tätowierer sind Kopien fremder Arbeiten laut GQ ein absolutes Tabu. Zweitens ist es eine rechtliche Frage. Ein Beitrag zu einem Urteil des AG Köln erklärt: Wer prägende Elemente eines fremden Werkes übernimmt, kann das Urheberrecht verletzen, auch wenn Details verändert wurden.
Dazu kommt der schönste Grund: Ein Tattoo, das für dich gezeichnet wurde, trägt niemand sonst. So nutzt du fremde Arbeiten richtig:
- Schreib dazu, was genau dir gefällt: die Linie, die Komposition, die Platzierung.
- Kombiniere mehrere Referenzen, statt dich an einer festzubeißen.
- Lass Raum für die Handschrift des Tätowierers. Sie ist der Grund, warum du ihn gewählt hast.
Erstes Tattoo, spontane Idee oder Cover-up
Dein erstes Tattoo
Wenn du nervös bist, ist ein Moodboard doppelt hilfreich. Es gibt dir Sicherheit, weil du im Gespräch etwas in der Hand hast und nicht alles in Worte fassen musst. Starte klein: Ein kleines Motiv an einer gut sichtbaren, wenig empfindlichen Stelle ist ein schöner Einstieg. Stell in der Beratung alle Fragen, die dich beschäftigen, auch zu Ablauf, Gefühl und Pflege. Unser Studio ist bewusst als Safe Space gestaltet, in dem niemand gehetzt wird.
Spontane Tattoo-Lust
Nicht jedes Tattoo braucht wochenlange Planung. Wer spontan Lust auf neue Tinte hat, ist bei einer Flash Session richtig: Die Motive sind fertig gezeichnet, du wählst aus und kannst oft direkt loslegen. Ein kleines Board mit zwei, drei Lieblingsbildern hilft trotzdem, damit du schnell erkennst, welches Flash zu dir passt.
Cover-up oder Auffrischung

Beim Cover-up hat dein Board eine besondere Aufgabe. Fotografiere das alte Tattoo bei Tageslicht von vorn, mit einem Lineal daneben für die Größe. Sammle dann Motive, die etwas größer und dunkler sein dürfen als das Original, denn das neue Tattoo muss das alte gut überdecken. Dunkle, organische Formen wie Blätter, Blüten oder Schattierungen in Black & Grey eignen sich häufig gut. Ob dein altes Tattoo eher ein Cover-up oder eine Auffrischung braucht, schauen wir uns in der Beratung gemeinsam an.
Unser Blick auf das Tattoo-Moodboard
Wir lieben es, wenn jemand mit einem Moodboard zu uns kommt. Es ist für uns der schnellste Weg, dich kennenzulernen: deinen Geschmack, deine Geschichte und das, was dich an einem Bild wirklich berührt.
Trotzdem muss niemand mit einem perfekten Board erscheinen. Drei Screenshots und ein Satz zur Idee reichen völlig, um ins Gespräch zu kommen. Den Rest erarbeiten wir in unserer kostenlosen Beratung gemeinsam.
Für uns ist das Board der Anfang, nicht das Ergebnis. Unsere Tätowierer übersetzen deine Bilder in ein Custom Design, das technisch zu deiner Haut, zur Körperstelle und zum Stil passt. Ob feine Fine Line Botanik, ein realistisches Portrait oder ein Black & Grey Motiv: Jeder Entwurf entsteht individuell für dich.
Und wir begleiten dich auch danach, mit Aftercare-Tipps und einem kostenlosen Touch-Up. Denn ein Tattoo ist erst dann fertig, wenn es gut verheilt ist.
VOID INK BERLIN
Mit deinem Board zu Void Ink Berlin
Du hast ein paar Bilder gesammelt oder zumindest eine Idee im Kopf? Dann bring sie mit. Bei Void Ink Berlin machen unsere Tätowierer daraus dein eigenes Tattoo, ob Custom Design, Fine Line, realistisches Portrait, Black & Grey, Cover-up, Auffrischung oder Flash. Kleine Tattoos gibt es bei uns ab 120 €, unsere Preise sind transparent und die Beratung ist kostenlos.

Jetzt kostenlose Beratung bei Void Ink Berlin anfragen und dein Moodboard gleich mitschicken.
Häufige Fragen zum Tattoo-Moodboard
Wie viele Bilder sollte ein Tattoo-Moodboard haben?
Etwa 12 bis 20 gut ausgewählte Bilder sind ideal. Weniger ist oft besser als mehr, solange jedes Bild eine klare Aufgabe hat. Zu viele unterschiedliche Stile machen es schwerer, deinen Geschmack zu erkennen.
Wie finde ich ein Tattoo-Motiv, wenn ich gar keine Idee habe?
Fang beim Gefühl an, nicht beim Motiv. Speichere ein paar Wochen lang alles, was dich anspricht, und such dann das gemeinsame Muster: Linien, Formen, Stimmung. Bring diese Sammlung in die Beratung mit, dort entwickeln wir gemeinsam ein Motiv.
Darf ich ein Tattoo von Pinterest mitbringen?
Ja, als Inspiration für Stil, Platzierung oder Stimmung. Wir stechen aber keine Kopien fremder Arbeiten, sondern zeichnen daraus einen eigenen Entwurf. So bekommst du ein Tattoo, das nur dir gehört.
Brauche ich ein Moodboard für ein Flash Tattoo?
Nein, bei Flash Tattoos ist das Motiv bereits fertig gezeichnet. Ein paar Lieblingsbilder helfen dir aber, schneller das passende Flash auszuwählen. Für Größe und Körperstelle beraten wir dich direkt im Studio.
Was kostet ein Tattoo nach meinem Moodboard?
Der Preis hängt von Größe, Stil, Detailgrad und Körperstelle ab. Kleine Tattoos beginnen bei uns ab 120 €. Für ein Custom Design nennen wir dir in der kostenlosen Beratung einen transparenten Preis.
Quellen
GQ Germany: Das erste Tattoo stechen lassen Tattoo Kulture: Tipps zur Planung deines ersten Tattoos Echo: Tattoo Moodboard Template KPW: AG Köln, Urheberrecht sticht Tattoo
